Empfang von Seewetter über Funk
Eine recht einfache Methode, Seewetterberichte zu empfangen, ist die Aufnahme der Seewetterberichte über Rundfunk.
Gerade für den Bereich Nord- und Ostsee gibt es eine Vielzahl von Radio- Frequenzen bzw. Sendern, die solche Wetterberichte ausstrahlen.
UKW :
Der Schiffsmeldedienst ( SMD ) hat die am 31.12.1998 geschlossenen Küstenfunkstellen übernommen. Somit wird auch wieder ein UKW Seewetterbericht für die Nord- und Ostsee um 09.45, 12:45 und 16.45 über die jeweiligen Arbeitskanäle ausgestrahlt.
Achtung: Im Sommerhalbjahr, von März bis Oktober, werden zusätzlich die Berichte um 07.45 und 19.45 Uhr ausgestrahlt ( jeweils gesetzliche Zeit ).
Seit April 2000 :
DP07 Seefunk betreibt als private Nachfolgeorganisation von SMD-Radio seit 1.4.2000 fünf, ab Mai/Juni 2000 sieben Küstenfunkstellen entlang der deutschen Küstengewässer.
RTTY und Wetterfax :
Der Deutsche Wetterdienst ( DWD ) betreibt nun schon seit vielen Jahren einen eigenen Lang- und Kurzwellensender in Pinneberg bei Hamburg. Dort werden Wettervorhersagen und Stationsmeldungen ( nach FM 12 / FM 13 Synop Code ) als Funkfernschreiben ( Radio Teletype, also RTTY oder F1b ) , - Wetterkarten als Faksimile ( F1c ) gesendet. Zu Empfangen sind diese Meldungen über Funk auf den Frequenzen Langwelle 147,3 kHz und Kurzwelle 14467,3 kHz / 11039 kHz / 4583 kHz / 7646 kHz / 10100,8 kHz im Bereich Europa ( Kurzwelle natürlich auch weiter... ), wobei die Vorhersagen die Gebiete Nord- und Ostsee, Ostatlantik sowie Mittelmeer abdecken. Ein Sendeplan gibt Aufschluß über Sendezeiten und Inhalt der Seewetterberichte / Wetterkarten.
Spez. Empfänger können diese Meldungen empfangen und auch ausdrucken oder auf einem Display anzeigen. Der NASA Tagret 147 zum Beispiel, verbunden mit einer Antenne am isolierten Achterstag, ist fest auf die Frequenz 147,3 kHz justiert. Einfach einschalten und schon werden die Wetterberichte und Stationsmeldungen des Senders in Pinneberg empfangen. Die Langwellenfrequenz 147,3 ist eigentlich gut im Bereich Nord-und Ostsee zu empfangen ( - auch im Mittelmeer möglich ).
Das der Empfänger Strom zum Betrieb braucht, ist selbstredend. Entweder durch Akku Strom oder 12 Volt Bordstrom. Preis : ca. 500 EUR.
Mit einigen PC-Programmen, einem PC und einem Weltempfänger mit SSB- Möglichkeit ( Einseitenband ) bzw. einen SSB Kurzwellenempfänger wie z.B. der LOWE HF 150 ( Preis ca. 600 EUR ), lassen sich diese Aussendungen ebenfalls aufnehmen. Für die Verarbeitung der Wetterinformationen wird ein spezielles Programm benötigt.
Die PC Wettermaus von Navcode oder der Seewetterfrosch von ISY ermöglicht eine einfache Aufnahme der RTTY Ausstrahlung 147,3 kHz. Erste Tests waren positiv.... In den ersten News vom 16.06.2003 hiess es : Erste Erfahrungen mit der Wettermaus sind positiv... Aber was ist das, Wettermaus ? Diese digitalen Empfänger speichern Nachrichten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) übr 147,3 kHz auch ohne PC dauerhaft im internen Puffer. Mit der komfortablen Windows-Software werden alle Daten per USB sekundenschnell zum PC übertragen... und ausgelesen...
Wenn man einen Pc ( Notebook ) an Bord hat, kann Mithilfe von Software eine Vielzahl von Bild-, Faksimile- und Schriftübertragung empfangen werden. Unter anderem ist JVComm32 ein universelles Programm für den Empfang von HF-FAX Wetterkarten, von RTTY, SYNOP und NAVTEX-Meldungen.
Der Empfang dieser Funkausstrahlungen ist für den Privatgebrauch kostenlos.
Die Langwellenfrequenz des Senders ( 147,3 kHz ) ist ca. 3000 km rund Pinneberg theoretisch zu empfangen. Der tatsächliche Empfang weicht aber davon ab - viele Skipper berichten, das die Reichweite nur ca. 300 - 400 NM um Pinneberg zu empfangen ist. Die Kurzwellenfrequenzen kann man hingegen im allgemeinen bis ins Mittelmeer hinein empfangen. Bei Wartungsarbeiten erfolgt einige Tage vorher eine Mitteilung. Nicht jeder kann diese NOTE aufnehmen oder empfangen. Aktuelle Infos und Mitteilungen finden Sie beim DWD.
Für einen klaren Empfang von RTTY - Ausstrahlungen benötigen Sie eine gute Antenne. Die können Sie am besten am isolierten Achterstag ( mit einem Antennenverstärker ) befestigen. Die Antenne sollte geerdet sein.
Teilweise wird manchmal eine weitere Kurzwellenfrequenz, die 11638.0 kHz, empfangen. Diese Frequenz dient eigentlich ausschliesslich zur Versorgung der Forschungschiffe Polarstern und Meteor. Der Inhalt und die Sendezeiten dieser Ausstrahlungen hängen natürlich auch vom Fahrtgebiet und der jeweilien Seereise ab. Also ist die Frequenz nur manchmal zu empfangen und unterliegt keinem festen Sendeplan...
Was bedeuten die Angaben in den Seewetterberichte über Funkfernschreiben bzw. RTTY / F1b / Telex ?
Ein Beispiel und die Bedeutungen finden Sie hier...
Neben RTTY werden auch Karten im F1c - Verfahren ausgestrahlt. Dieses Verfahren wird auch allgemein als Wetterfax oder Faksimile bezeichnet...
3 Frequenzen, DDH3 - 3855 kHz, DDK3 - 7880 kHz und DDK6 - 13882.5 kHz, sind für die Ausstrahlung über Kurzwelle geschaltet.
Einen Sendeplan erhalten Sie im Servicebereich.
Eine Wetterfax - Langwellenfrequenz, die 134.2 kHz ( Sender Mainflingen ) , wurde schon vor vielen Jahren stillgelegt.
Neben dem Sender in Pinneberg strahlt auch Northwood ( UK ) Wetterfax aus. Infos dazu auch im im Servicebereich.
Achtung :
Wenn Sie einen Empfangsbericht für 147,3 kHz haben, senden Sie diesen doch zur Sendefunkstelle nach Pinneberg. Die können solche Informationen immer gebrauchen... Was soll drin stehen ? Name des Standortes, Uhrzeit UTC, Feldstärke oder Lesbarkeit der Berichte, Empfangsqualität ( gut - gestört - gering gestört - u.s.w. ) Also bitte eine Postkarte oder Brief an:
Adresse:
Deutscher Wetterdienst
Wetterfunksender Pinneberg
Haidkamp 100
25451 Pinneberg

